Der Saisonstart birgt viele Gefahren

Wenn der Winter sich verabschiedet und es draußen langsam wärmer wird, sind auch sie wieder vermehrt auf den Straßen unterwegs: Motorradfahrys. „Wir haben hier im Kreis einige ‚interessante‘ Motorradstrecken“, so Landrat Dr. Martin Sommer. Während bisher das Herausfischen der „schwarzen Schafe“, die ihre Maschinen in Sachen Leistung und/oder Lautstärke gepimpt haben, im Vordergrund stand, liegt der Fokus jetzt darin, die Verkehrssicherheit für ‚normale Motorradfahrys‘ zu erhöhen. Im vergangenen Jahr gab es im Kreis Steinfurt 127 Verkehrsunfälle mit beteiligten Motorrädern, daraus resultierten 59 Leichtverletzte, 21 Schwerverletzte und 4 tödlich verletzte Unfallopfer. Die Hauptunfallursachen waren dabei die Missachtung von Vorfahrts- und Vorrangregeln, Abbiegefehler und unangemessene Geschwindigkeit.

Stellten die Kampagne zur Erhöhung der Verkehrssicherheit von Motorradfahren vor (v.l.n.r.): Obermeister Franz-Josef Feldkämper vom Vorstand der Zweiradinnung im Kreis Steinfurt, Landrat Dr. Martin Sommer, PHK Thomas Remberg, PHK Klaus Leising, PHK Meinhard Schillhahn und POKin Susanne Hosch.

Gerade der Saisonbeginn ist für sie die gefährlichste Zeit: Polizeihauptkommissar Klaus Leising, Leiter der Verkehrsunfallprävention der Kreispolizeibehörde (KPB) Steinfurt, stellte fest, dass es bereits jetzt, obwohl das Jahr nur wenige warme Tage zu bieten hatte, schon mehrere schwere Unfälle gegeben habe. Bei Kontrollen habe es nicht nur erste Bußgelder, sondern auch bereits Fahrverbote gegeben.

Verkehrssicherheitsberater Polizeihauptkommissar Meinhard Schillhahn stellte die Schwerpunkte der Kampagne vor, die dazu beitragen soll, dass die Motorradsaison zu einem gesunden Abschluss kommt. So sollen Tipps, die mit der Zeit vielleicht vergessen wurden, wieder ins Bewusstsein geholt werden.

Wichtig ist beispielsweise, vor der ersten Fahrt den technischen Zustand der Maschine zu überprüfen“, so Schillhahn, selbst passionierter Motorradfahrer. Vor allem die Reifen, die Beleuchtung, die Betriebsstoffe und die Bremsen sollten dabei in den Blick genommen werden. Außerdem sollte man sich mit kurzen Strecken wieder ein Gefühl für das Motorrad verschaffen. „Es hilft auch, auf einem Parkplatz ein paar Brems- und Ausweichmanöver zu üben“, so Schillhahn. Und gerade zu Beginn der Biker-Saison sind Motorradfahrys für Autofahrys ein ungewohntes Bild: „Hier muss man mit Fehlern der Autofahrys rechnen“, so der Hinweis. Und nicht nur am Anfang der Saison gilt: Auch wenn es noch so warm ist, zur eigenen Sicherheit nicht ohne Schutzkleidung fahren.

Verkehrssicherheitsberaterin Polizeioberkommissarin Susanne Hosch erläuterte die Gestaltung der Kampagne. So wird es über die Saison verteilt verschiedene Videoclips, Bilder und Artikel geben, die auf der Homepage der Polizei Steinfurt und in den Social-Media-Kanälen geteilt werden. So ist beispielsweise ein Video entstanden, bei dem ein Notarzt eines Rettungshubschraubers begleitet wurde. Nach Kontrollaktionen soll es entsprechende Artikel über deren Ergebnisse geben sowie Plakate, die an beliebten Motorradtreffs, bei Motorradhändlern, in Motorradwerkstätten und in Berufsschulen ausgehängt werden sollen. „Die Bilder darauf sind von echten Unfällen aus dem Kreisgebiet“, so Hosch.

Obermeister Franz-Josef Feldkämper vom Vorstand der Zweiradinnung im Kreis Steinfurt bekräftigte die Unterstützung der Innung für die Kampagne. Er wies darauf hin, dass es in Deutschland einen großen, aber auch alten Bestand an Motorrädern gebe: „Im Durchschnitt ist ein Motorrad 18 Jahre alt. Da gibt es oft Mängel aufgrund des Alters“, so der Bundesinnungsmeister.

Fotos + Text: Andreas Krüskemper

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