Feuerengel: Nah am Original

Feuerengel: Der Name ist Programm, zumindest in einer Hinsicht. Denn zugegeben, wie Engel wirken die sechs Musiker der Rammstein – Tribute – Band nicht. Dafür brachten sie am Samstagabend aber jede Menge Feuer auf die Bühne der Bürgerhalle Gronau. Denn dass der Graben, der das Publikum von der Bühne trennt, breiter war als üblich, hatte nichts mit Corona-Abstandsregeln zu tun, sondern diente dem Schutz der Zuschauer vor den Pyroeffekten. Dennoch wurde es nicht nur für die Rammstein-Begeisterten in der ersten Reihe ein streckenweise „heißer“ Abend. Insgesamt rund 900 Gäste von jung bis alt genossen eine beeindruckende Show.

Den Auftakt machte „Deutschland“, der Song, mit dessen Trailer Rammstein 2019 für Aufsehen sorgte, da die Band darin als KZ-Häftlinge kurz vor der Hinrichtung zu sehen waren. Die Hintergründe wurden erst mit der Veröffentlichung des ganzen Videos klar, das sich mit der deutschen Geschichte befasst und heute als Meilenstein der Musikvideos gilt.

Das Publikum hatte die Band gleich von den ersten Takten an in ihrem Bann, auch wenn der Beginn nicht ganz so lief, wie geplant: Der Vorhang, der eigentlich elegant zu Boden fallen sollte, hatte sich an einem Scheinwerfer verfangen und gab den Blick auf die Bühne erst nach einigen Sekunden frei.

Ausgehend von dem Stück des letzten Albums arbeitete Feuerengel sich durch die 27-jährige Bandgeschichte ihrer Berliner Vorbilder und sorgte beim Publikum mit ihrem Tribute für Begeisterung. „Das ist jetzt bereits das vierte Konzert der Band hier in Gronau, wir hoffen, dass es auch ein fünftes, sechstes, siebtes und achtes geben wird“, zeigte sich auch Veranstalter Max Morlock begeistert.

Eigentlich hätte das Konzert bereits im vergangenen November stattfinden sollen, musste jedoch aus bekannten Gründen verschoben werden. Die lange Wartezeit war den Fans anzumerken: Schon mehr als zwei Stunden vor Beginn standen die ersten vor den Türen der Bürgerhalle und ließen geduldig die 3G-Kontrollen über sich ergehen. Und alles in allem kann man sagen: Für das, was sie geboten bekamen, hat es sich definitiv gelohnt.

Dass die niedersächsische Band ihrem Vorbild in akribischer Kleinarbeit nacheifert, ist selbst dem Original aus Berlin bereits aufgefallen. Schon zwei Mal, 1997 und 2005, durften die Tribute-Musiker für Rammstein und Gäste auf deren Party auftreten. Mehr Anerkennung für das eigene Tun geht kaum.

Fotos + Text: Andreas Krüskemper

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