GFL: Allgäu Comets dominieren die Marburg Mercenaries

638 Tage nach dem letzten Footballspiel hieß es endlich wieder Football-Time für die Allgäu Comets. Die Saison 2021 begann mit einem Auswärtsspiel bei den Mercenaries in Marburg, die mit fast sechsstündiger Anreise der entfernteste Punkt der Regular Season sind. Während die Mercenaries nach einem Testspiel gegen die Wiesbaden Phantoms aus der GFL2 wenigstens eine ungefähre Positionsbestimmung vornehmen konnten, traten die Comets ohne Testspiel als unbeschriebenes Blatt an, neben erfahrenen Spielern und einigen Neuzugängen auch mit jungen Spielern der Jahrgänge 2001 und 2002, die ihr GFL-Debüt erlebten.
Der erste Drive der Allgäuer endete mit einem three-and-out, nach drei Versuchen gab man das Angriffsrecht mit einem Punt wieder an die Gastgeber ab. Schon im zweiten Play warf der Marburger Quarterback Sonny Weishaupt einen langen Pass auf den völlig freien Wide Receiver Niklas Fengler zum ersten Touchdown der Partie. Nach erfolgreichem Extrapunkt stand es 7:0 für die Gastgeber.
Die Offense der Comets brachte dann mit Lauf- und Passspiel vor allem über Neuzugang Glen Toonga den Ball wieder voran, gab dann aber durch ein Fumble den Ball wieder ab. So mancher Fan fragte sich zu diesem Zeitpunkt ob die Allgäuer wohl noch zu erfolgreicher Spielweise finden würden, da der Marburger Angriff zwar durch die sehr konzentrierte Leistung der Comets-Defense gestoppt werden konnte, die Offense aber nach viel Einsatz von Toonga, Brandon Kohn und Matthew Craens den Ball wieder verlor.
Die immer bissiger zupackende Verteidung der Comets baute enormen Druck auf QB Weishaupt auf, welcher nach einem „Shoestring-Tackle“ durch D-Liner Johannes Wagner nun ebenfalls den Ball verlor und dieser durch Jermaine Guynn und Niall Padden gesichert werden konnte. Jetzt kam auch die Offense der Allgäuer richtig in Schwung und nach einer Kombination von kurzen, präzisen Pässen und Laufspielen entschied man sich kurz vor der Endzone der Gastgeber, einen vierten Versuch auszuspielen. Running Back Glen Toonga trug den Ball durch einen Powerlauf zum Touchdown und holte anschließend noch gleich die zwei Extrapunkte zur Führung von 7:8.
Die Defense der Mercenaries hatte zunehmend größere Schwierigkeiten, das Lauf- und Kurzpassspiel der Gäste zu kontrollieren und auch bei einem der seltenen langen Pässe durch QB McLane Carter wurde WR Lukas Krieger in aussichtsreicher Position nur durch eine Pass Interference gestoppt. Die Offense der Hessen hingegen zeigte sich vor allem beim Passspiel gefährlich, während das Laufspiel nicht in Fahrt kommen wollte. An der 6-Yard-Linie der Comets angekommen, missglückte ein Snap Marburgs, der freie Ball wurde von Defensive Tackle Johannes Wagner aufgenommen und nach dem “Lauf seines Lebens” in die Endzone zum Touchdown getragen.  Mit einem kurzen Pass auf WR Marcel Schade holten sich die Comets zwei Extrapunkte und erhöhten auf 7:16.
Der Druck der stark aufspielenden Comets Defensive Line auf den Spielmacher der Gastgeber ließ im Anschluss nicht nach und ein weiteres Fumble wurde durch Jermaine Guynn an der Marburger 10-Yard-Linie aufgenommen. Während sich die Defense der Mercenaries auf Glen Toonga konzentrierte, bekam Running Back Brandon Kohn den Ball über einen Seitwärtspass und erreichte die Endzone. Nach einem nicht erfolgreichen 2-Punkte-Versuch hieß der Spielstand zur Halbzeit 7:22.
Die Offense der Marburger wurde durch die Allgäuer Defense mürbe gespielt, vor allem das Laufspiel wurde durch die „Front Seven“ (D-Line und  Linebacker) gut beherrscht. Einen langen Pass konnte Cornerback Julius Täger abfangen, RB Glen Toonga arbeitete sich weiterhin unermüdlich nach vorne und diesmal sorgte QB McLane Carter selbst für die Punkte, indem er als Ballträger in die Endzone lief. Der Extrapunktversuch flog am rechten Torpfosten vorbei – neuer Spielstand 7:28.
Leider verletzte sich bei einem Punt-Return der Comets-DB Nico Leiderer am Handgelenk, auch Glen Toonga musste angeschlagen vom Feld genommen werden. Der dritte Running Back der Comets, der junge Brite Canice Gonzague erhielt im Folgenden viel Spielzeit und zeigte sich in Zusammenarbeit mit dem zweiten QB Sam Huxtable ebenfalls erfreulich effektiv. Dadurch kontrollierte die Offense weiter die Uhr und erzielte durch ein Fieldgoal weitere drei Punkte zum Endstand von 07:31.
So setzten die Allgäuer in der ersten Begegnung gleich das von den Coaches gewünschte deutliche Zeichen. Die Marburger fanden – z. T. auch verletzungsbedingt – nicht wirklich einen Weg, ihr eigenes Offense Spiel aufzubauen sowie die Comets-Offense am Vormarsch zu hindern. Die Comets-Defense zeigte eine enorm starke Leistung, vermutlich eine der ligaweit besten an diesem ersten Spielwochenende.
Da beide Teams das geltende Hygienekonzept sehr ernst nahmen, endete die Partie nicht wie üblich mit einem Abklatschen an der 50-Yard-Linie, sondern man verabschiedete sich durch gegenseitiges Applaudieren beim Gegenüberstehen an den 45-Yard-Linien.

Quelle: Allgäu Comets
Fotos: Andreas Krüskemper


Flattr this!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.