Der Superbowl kurbelt auch in Senden den Umsatz an

Heute Nacht kämpften die Cincinnati Bengals gegen die Los Angeles Rams um den 56. Super Bowl der National Football League (NFL). Auch wenn bei Redaktionsschluss noch offen war, ob die Bengals ihren ersten Superbowl-Sieg erringen konnten oder die Rams ihren dritten, eines ist klar: Es ist das größte Eintages-Sportevent der Welt. Dafür sorgte nicht nur das (hoffentlich) spannende Spiel, sondern auch die Halftime-Show mit Mary J. Blige, Dr. Dre, Snoop Dogg, Eminem und Kendrick Lamar. Jedes Jahr geistern unglaubliche Zahlen durch die Presse und das Internet. Im vergangenen Jahr sollen die Amerikaner während des Superbowls 1,42 Milliarden Chickenwings und mehr als 100 Millionen Liter Bier konsumiert haben.

Wer jetzt denkt, das sei ein rein amerikanisches Phänomen, der täuscht ist. Den Superbowl 2021 haben in Deutschland trotz nachtschlafender Zeit über zwei Millionen Menschen verfolgt, auch der Autor hält sich den Montag danach grundsätzlich frei. Und auch die „Stilechte Versorgung“ wird dabei immer beliebter.

Marcel Wiechmann ist jemand, der diese Entwicklung direkt mitbekommt. Im November hat er den US-Candyshop gegründet und bietet am Grete-Schött-Ring amerikanische Süßigkeiten, Softdrinks und Snacks an.

Auf die Idee ist er gekommen, weil er seit über zehn Jahren im Motorsport aktiv ist und ein Faible für amerikanische Autos hat. Verstärkt wurde es durch eine Reise in die USA im Jahr 2019. Mittlerweile hat er 200 „Dauerbrenner“ im Programm, insgesamt umfasst das Sortiment etwa 600 Produkte: Chips, Flips, Schokolade, Weingummi, aber auch Bier und neuerdings Caps und Merchandising der amerikanischen Tuning-Firma Hoonigan. Etwa 30 Prozent des Umsatzes generiert er im Ladenlokal mit der US-Flagge an der Tür, die restlichen 70 Prozent über seinen Online-Shop. Aus einem Umkreis von rund 50 Kilometern kommen Amerika-Fans zu ihm ins Geschäft, um sich mit landestypischen Lebensmitteln zu versorgen.

Im vergangenen Jahr, ein paar Monate nach der Eröffnung, sind sie von der plötzlichen Nachfrage zum Superbowl überrascht worden. „Für dieses Jahr hatten wir eigentlich vorgeplant“, so Wiechmann. So ganz geklappt hat es nicht, da der Superbowl durch einen zusätzlichen Spieltag in der Liga eine Woche später liegt und nun mit dem Valentinstag zusammenfällt.

„Daher musste ich nach Neuss fahren und dort für Nachschub sorgen“, erläutert Wiechmann, der den Betrieb mit „seiner besseren Hälfte“ und einer weiteren Mitarbeiterin wuppt. „Schließlich kann ich nicht einfach in den USA anrufen und am nächsten Tag ist neue Ware da“, macht er klar. Zu normalen Zeiten dauert es rund sechs Wochen, bis eine Bestellung eintrifft, jetzt zu Corona-Zeiten können es auch gerne mal drei Monate werden. „Da muss man schon gut vorausplanen“, so Wiechmann.

Auch in personeller und räumlicher Hinsicht würde Wiechmann gerne weiterplanen: So ist er einerseits auf der Suche nach einem Mitarbeiter, der hilft, die Pakete für den Onlineversand zu packen, andererseits aber auch nach zusätzlichen Räumlichkeiten: „Aktuell haben wir gut 200 Quadratmeter auf drei Etagen. Schön wären 300 bis 500 Quadratmeter ebenerdig“, so die Zukunftsvision.

Fotos + Text: Andreas Krüskemper

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