18. Februar 2024
Lokales

Auf der Suche nach Stammzellenspendern

-akrü- Ottmarsbocholt. Bei der 14 Monate alten Helena aus Ottmarsbocholt wurde vor einigen Wochen eine schwere Stoffwechselkrankheit diagnostiziert, was das Leben der jungen Familie komplett auf den Kopf stellte. Die einzige Hoffnung auf Heilung besteht darin, einen Stammzellenspender zu finden – und das im besten Fall innerhalb der kommenden vier Monate.

Engagierte Helfer aus der Nachbarschaft, darunter Stefan Stünke, der Bruder des Vaters, sowie die Nachbarinnen Ela Hülsbusch, Hannah Große Hellmann und Evelyn Resing, haben entschlossen gehandelt und eine Typisierungsaktion der DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) organisiert, um potenzielle Spender zu finden. Die Resonanz auf die Aktion war überwältigend. Menschen aus der ganzen Region, sogar aus Städten wie Münster, Ascheberg und Seppenrade, kamen zusammen, um sich als mögliche Stammzellenspender registrieren zu lassen. Die Gaststätte Kallwey stellte großzügig ihre Räumlichkeiten zur Verfügung, und das Orga-Team erlebte eine Welle der Solidarität.

Die Registrierung verlief unkompliziert. Nachdem die Interessierten einen Fragebogen ausgefüllt hatten, gaben sie eine Speichelprobe ab. Eine Stunde vor Ende der Aktion hatten sich vor Ort 210 Menschen registrieren lassen, und weitere 541 meldeten sich online unter www.dkms.de/Helena.

Das Team ist dankbar für die Unterstützung der Gaststätte Kallwey und die Großzügigkeit der Spender. Die Kosten für eine Registrierung belaufen sich auf rund 40 Euro pro Person, und diese werden ausschließlich durch Spenden getragen. Die Familie von Helena gibt die Hoffnung nicht auf, einen passenden Spender zu finden. Die Registrierung für potenzielle Stammzellenspender geht weiter unter www.dkms.de/Helena. Jede neue Registrierung erhöht die Chancen auf Rettung für Helena. Es ist beeindruckend zu sehen, wie Mitgefühl und Zusammenhalt eine ganze Region erfassen können. Menschen aus allen Hintergründen kommen zusammen, um einem kleines Mädchen zu helfen und der Familie Hoffnung zu geben. Der Kampf für Helena zeigt, wie groß die Kraft der Gemeinschaft sein kann.

Die Geschichte der DKMS begann 1990 mit einem persönlichen Schicksal: Mechtild Harf kämpfte gegen Leukämie und brauchte dringend eine Knochenmarktransplantation. Damals gab es in Deutschland nur 3.000 registrierte potenzielle Stammzellspender. Ihr Ehemann Peter beschloss, aktiv zu werden, um die Überlebenschancen seiner Frau und anderer Betroffener zu verbessern. Im Jahr 1991 gründeten Peter Harf und Dr. Gerhard Ehninger die DKMS. Schon im ersten Jahr stieg die Zahl der Spender:innen in Deutschland von 3.000 auf 68.000 an. Obwohl Mechtild ihre Krankheit leider nicht überlebte, hielt Peter sein Versprechen und kämpfte weiter, bis jede Patientin und jeder Patient ihren „genetischen Zwilling“ als Spender fand.

Mit der Unterstützung seiner Tochter Katharina wurde die DKMS 1995 zur weltweit größten Stammzellspenderdatei. Seitdem arbeitet die DKMS unermüdlich daran, die Vision zu verwirklichen, Blutkrebs zu besiegen. Bis heute konnten sie über 105.000 Stammzellspenden für Menschen in 57 Ländern vermitteln.

Fotos + Text: Andreas Krüskemper

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