18. Februar 2024
Lokales

Einsätze rund um die Uhr

24 Stunden Dienst auf der Feuerwache, immer in Erwartung des nächsten Einsatzes: Für viele Berufsfeuerwehrleute ist dies der berufliche Alltag, für die Jugendfeuerwehr Senden bedeutet es eines der Highlights des Jahres.

Da in den vergangenen Jahren aufgrund der Corona-Situation die Berufsfeuerwehrtage ausfallen mussten, war es für alle Jugendfeuerwehrleute das erste Mal, dass sie an dem „Übungsmarathon“ teilnahmen. Und, soviel kann vorweggenommen werden, die Jugendfeuerwehrwarte Nils und Lena Falk und Tobias Leonard sowie ihre insgesamt zwölf Helfer aus der aktiven Wehr zeigten sich begeistert, wie die Jugendlichen die verschiedenen Szenarien meisterten.

Auch in diesem Jahr war der Rettungsdienst des Kreises Coesfeld wieder beteiligt: Die Ausbilder Sven Nolte und Dominik Pedack nutzten die Gelegenheit, bis 17 Uhr mit drei angehenden Notfallsanitätern zwei Rettungstransportwagen (RTW) zu besetzen und so den Auszubildenden im ersten Lehrjahr eine Übungsmöglichkeit zu bieten.

Bereits kurz nach dem Frühstück erfolgte die erste Alarmierung – nicht, wie gewohnt, mit dem Alarmgong, sondern über eine Alarmierungs-App. Technische Hilfeleistung 2 war das Alarmstichwort, mit dem zwei Löschfahrzeuge und ein RTW alarmiert wurden. Vor Ort fanden die Jugendlichen eine Person vor, die unter einem Baum eingeklemmt war und nach der medizinischen Versorgung darunter befreit werden musste.
Bereits kurz nach dem ersten Alarm wurde es auch für den Rest Ernst: Eine Radfahrerin war wegen einer Ölspur gestürzt und musste versorgt werden, außerdem galt es, die Ölspur zu beseitigen.

Der dritte Einsatz des Vormittags führte die gesamte Truppe nach Bösensell: Hier war es zu einem Verkehrsunfall zwischen einem Pkw und einem Trecker mit Anhänger gekommen, bei dem zwei Personen im Pkw und eine unter dem Anhänger eingeklemmt waren.

Durch die Wetterlage waren die Einsätze für alle deutlich anstrengender als geplant. Das veranlasste das Vorbereitungsteam dazu, einen geplanten Einsatz ausfallen zu lassen, um den Jugendlichen nach dem Mittagessen die Gelegenheit zu einer Abkühlung zu geben. Danach ging es nach Ottmarsbocholt, wo zwei Personen aus einem brennenden Haus gerettet werden und natürlich das Feuer gelöscht werden musste.

Ein Feuer gab es auch beim nächsten Einsatz, dieses Mal in der Dorfbauerschaft. Dabei wurde jetzt ein Löschangriff von zwei verschiedenen Seiten geübt.

Nach dem Abendessen ging es zur Marienkapelle am Schloss. Hier war ein Schwimmer auf dem Heimweg vom Kanal in das Steverbett gestürzt und hatte sich das Knie verletzt. Mit Hilfe einer Leiter und einer Schleifkorbtrage wurde der Verletzte aus dem Flussbett gerettet.

An Durchschlafen war in dieser Nacht natürlich nicht zu denken: Ein Teil der Truppe wurde um 1 Uhr zu einem Feuer alarmiert, der andere Teil zu einer technischen Hilfeleistung. Und bereits um 7 Uhr ging der Melder erneut, diesmal wieder zu einem Feuer. Nach diesem letzten Einsatz ging es zum gemeinsamen Frühstück und nach dem Aufräumen nach Hause.

„Es ist klasse, dass die Einsätze so realistisch dargestellt sind. Am schönsten war es, das Feuer zu löschen“, so das Fazit von Emma Tekaat, die seit Mai in der Jugendfeuerwehr ist.

Die gute Vorbereitung beeindruckte auch Löschzugführer Gebhard Temme, der es sich nicht nehmen ließ, beim Einsatz in Ottmarsbocholt zuzuschauen: „Was die Jugendfeuerwehrwarte und ihre Helfer auf die Beine gestellt haben, ist beeindruckend. Und nicht nur die Einsätze finden in allen Ortsteilen statt, sondern auch Helfer aus allen Löschzügen sind dabei.“

Fotos + Text: Andreas Krüskemper


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