18. Februar 2024
EventsKonzerteRegionales

Kinkerlitzchen-Festival mit internationalen Gästen

Bei überwiegend strahlendem Sonnenschein fand am Wochenende das alljährliche Kinkerlitzchenfestival an Plagemanns Mühle statt. Das vielfältige Line-Up lockte Musikliebhaber aus nah und fern an und bot ein abwechslungsreiches Programm für alle Geschmäcker.
Das Festivalgelände füllte sich trotz anfänglichem Regens am Vormittag zusehends. Die Veranstalter zeigten sich erfreut über die insgesamt 350 gezählten Besucher, was im Vergleich zum Vorjahr mit 230 Gästen eine deutliche Steigerung bedeutet. „Wir sind mit der Entwicklung zufrieden, sehen aber noch ‚Luft nach oben'“, so die Organisatoren.
Neben den musikalischen Darbietungen sorgten weitere Angebote für Unterhaltung und kulinarische Genüsse. Ein Campingplatz, organisiert von Max Kleppats und dem Jugendrotkreuz Ochtrup, wurde von 50 Gästen genutzt. Das Jugendzentrum „TimeOut“ und „Emmas LadenCafé“ trugen ebenfalls zur abwechslungsreichen Atmosphäre bei. Kinder konnten in der Kreativecke des TimeOut-Teams Taschen gestalten, während das ehrenamtliche Team von Emmas LadenCafé mit einem Waffelstand punktete, an dem unter anderem Pommerwaffeln rot-weiß und Pizzawaffeln angeboten wurden. Helga Drewes vom Café-Team zeigte sich hochzufrieden mit der Resonanz und bezeichnete die Teilnahme am Festival als vollen Erfolg. Auch weitere kulinarische Köstlichkeiten von M’Oregano und der Allgäuer Streetfood-Alm sorgten für das leibliche Wohl der Besucher.
Eine Neuerung in diesem Jahr war das Awareness-Team, das Menschen, die sich durch Übergriffe sexueller Art, rassistische, homophobe oder transphobe Einstellungen bedroht fühlen, einen Anlaufpunkt bot. Obwohl die familiäre Atmosphäre auf dem Gelände das Potenzial für solche Vorfälle eher gering hielt, sahen die Organisatoren dennoch die Wichtigkeit dieser Einrichtung, um jegliche Form von Diskriminierung zu minimieren.
Der Abend bot dann eine beeindruckende Vielfalt an Künstlern. Exem Plar aus Münster testeten die Grenzen der Popmusik aus und schufen einen Raum, in dem Synthetisches auf Akustisches traf. Es brennt bot einen Gegenentwurf zum Mainstream, indem sie eine Anti-Pop-Idee mit gesellschaftlichem und politischem Bezug präsentierten.
Auch internationale Acts waren vertreten. Das litauische Trio shishi brachte surfartige Klänge aus dem Baltikum auf die Bühne, während Albertine Sarges aus Berlin mit einem Mix aus Post-Punk und Dream-Pop aufwartete. Der österreichische Sänger und Songwriter Ariel Oehl, bekannt als Oehl, begeisterte mit seiner Mischung aus Indiepop und tiefgehenden Texten.
Einen fulminanten Abschluss bildete Bulgarian Cartrader, alias Daniel Stoyanov, der mit seinen „Motor Songs“ die Menge in seinen Bann zog. Das Publikum feierte die Künstler bei bester Stimmung, und die Veranstaltung verlief ohne größere Zwischenfälle, so die Bilanz des Ortsvereins Metelen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), das die Veranstaltung mit vier Mitgliedern sanitätsdienstlich absicherte.
Das Kinkerlitzchenfestival bot somit eine gelungene Mischung aus musikalischer Vielfalt, Unterhaltungsangeboten und kulinarischen Köstlichkeiten, die die Besucher überzeugte und für ein gelungenes Wochenende sorgte.


Das Festival startete am Freitagabend mit einem besonderen Auftakt in der ehrwürdigen Pfarrkirche Ss. Cornelius und Cyprianus. Die Alternative Pop-Künstlerin Kira Hummen eröffnete den Abend mit einem bezaubernden Auftritt vor etwa 175 Gästen.
Pfarrer Thomas Stapper beschrieb die Verbindung von Musik und Spiritualität treffend: „Wo Himmel und Erde sich begegnen, entsteht Musik.“ Die Pfarrkirche bot eine einzigartige Atmosphäre für den Auftritt von Kira Hummen, die mit ihrem facettenreichen Stil das Publikum in den Bann zog. Ihre Musik reicht von sanften, soulig-hypnotischen Klängen bis hin zu poppigen Gitarrenmelodien. Besonders beeindruckend war ihr markanter Signature-Gesang, der die Zuhörer in den Bann zog.
Die beiden folgenden Acts, Loupe und Florian Paul, traten am Freitagabend auf dem Festivalgelände an Plagemanns Mühle vor rund 220 Gästen auf. Die Band Loupe aus Amsterdam überzeugte auf dem Kinkerlitzchenfestival mit energetischem Indie Rock. Mit rousing Harmonies, free-flowing Rhythms und expressiven Vocals fesselte die Band das Publikum. Die Themen des jungen Erwachsenenalters und zwischenmenschlicher Beziehungen wurden in eingängigen Melodien eingebettet. Loupe, bestehend aus Julia (Gesang/Keys), Jasmine (Gitarre), Lana (Bass) und Annemarie (Schlagzeug), hinterließen einen lebhaften Eindruck.
Florian Paul und seine Band „Kapelle der letzten Hoffnung“ brachten mit energetischer Instrumentierung Geschichten zum Leben. Begleitet von Flurin Mück (Drums), Giuliano Loli (Keys), Nils Wrasse (Saxophon) und Susi Lotter (Bass) präsentierte er eine Mischung aus tanzbarer Melancholie und virtuosen Darbietungen. Seine rauchige Stimme verlieh seinen Auftritten eine einzigartige Note.
Trotz eines kurzfristigen Regenschauers kurz vor Mitternacht blieb die Stimmung auf dem Festivalgelände bestens. Die Gäste tanzten und feierten bis in die frühen Morgenstunden, das Festival endete wie geplant um 1.30 Uhr.

Fotos + Text: Andreas Krüskemper


Flattr this!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert