22. Mai 2026
Allgemein

The Sweet liefern im Jovel eine Zeitreise mit Druck und Charme

Ein Abend wie aus der Zeit gefallen – und genau deshalb so wirkungsvoll: Als The Sweet am 11. April 2026 die Bühne im Jovel betreten, ist der Saal bereits bestens auf Betriebstemperatur gebracht. Dafür verantwortlich: Stan Silver & the brave Puppies, die als Vorgruppe einen soliden, handgemachten Rock-Sound liefern und das Publikum früh auf Betriebstemperatur bringen. Ohne große Showeffekte, dafür mit spürbarer Spielfreude, gelingt ihnen ein Einstieg, der neugierig auf mehr macht.

Als schließlich die Hauptband übernimmt, wird schnell klar, warum die Songs von The Sweet auch Jahrzehnte nach ihrer Entstehung nichts von ihrer Wirkung verloren haben. Die Mischung aus Glamrock-Attitüde, eingängigen Refrains und druckvollen Gitarren funktioniert live noch immer erstaunlich gut. Bereits mit den ersten bekannten Riffs kippt die Stimmung endgültig: Das Publikum ist sofort drin, klatscht, singt mit, viele sichtbar routiniert in den Texten.

Die Band selbst präsentiert sich dabei erstaunlich nahbar. Keine übertriebene Inszenierung, sondern ein konzentrierter, gleichzeitig lockerer Auftritt, der sich ganz auf die Musik verlässt. Genau das macht den Reiz des Abends aus: Hier stehen keine nostalgischen Schatten ihrer selbst auf der Bühne, sondern Musiker, die ihr Material immer noch ernst nehmen – und es entsprechend kraftvoll spielen.

Besonders in den Refrains zeigt sich die Stärke des Sets. Kaum ein Song, der nicht kollektive Erinnerungen auslöst. Die Hits sitzen, die Übergänge sind sauber, und auch das Zusammenspiel wirkt eingespielt. Kleine Ansagen zwischen den Songs sorgen für kurze Atempausen, ohne den Fluss des Konzerts zu unterbrechen.

Das Publikum im Jovel dankt es mit durchgehend guter Stimmung. Vor der Bühne wird getanzt, weiter hinten zumindest mitgewippt. Die Altersstruktur ist gemischt, auffällig viele Besucher wirken allerdings, als hätten sie die Hochphase der Band zumindest musikalisch miterlebt. Doch auch jüngere Gäste lassen sich von der Energie anstecken.

Am Ende bleibt ein Konzert, das keine großen Überraschungen braucht, um zu funktionieren. Stattdessen überzeugt es durch das, was The Sweet seit jeher ausmacht: eingängige Songs, klare Strukturen und eine Live-Präsenz, die auch nach all den Jahren nichts an Zugkraft verloren hat. Ein Abend, der weniger auf Effekte setzt – und gerade deshalb im Gedächtnis bleibt.

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