5. November 2026
Sport

Nordic Storm vor Wechsel zur AFLE – EFA reagiert mit deutlicher Erklärung

Der amtierende EFA-Meister Nordic Storm plant zur Saison 2027 den Wechsel zur American Football League Europe (AFLE). Damit könnte erstmals ein skandinavisches Team in der Liga antreten. Während die AFLE den geplanten Beitritt als Schritt zu einer geeinteren europäischen Football-Landschaft begrüßt, verweist die European Football Alliance (EFA) auf bestehende vertragliche Verpflichtungen und behält sich rechtliche Schritte vor.

Nordic Storm aus Kopenhagen hatte die Saison 2026 der European Football Alliance mit elf Siegen und nur einer Niederlage abgeschlossen und sich damit die Meisterschaft gesichert. Nun soll zur kommenden Spielzeit der Wechsel in die AFLE erfolgen. Voraussetzung dafür ist allerdings noch der Abschluss bestimmter vertraglicher und organisatorischer Schritte.

Für die AFLE wäre die Aufnahme des dänischen Teams ein weiterer Schritt beim Ausbau der Liga. Nach ihrer ersten Saison mit acht Franchises aus sieben Ländern soll Nordic Storm künftig als elftes Team antreten. Damit würde erstmals auch Skandinavien Teil des Wettbewerbs werden. Gleichzeitig könnte es zu einem Aufeinandertreffen der amtierenden Meister beider Ligen kommen: den Vienna Vikings als erstem AFLE-Champion und Nordic Storm als EFA-Meister 2026.

AFLE setzt auf europäische Spieler und professionelle Strukturen

Die AFLE sieht im geplanten Beitritt mehr als nur eine sportliche Verstärkung. Im Mittelpunkt ihres Konzepts stehen europäische Talente, professionelle Ligadienstleistungen und die langfristige Entwicklung der einzelnen Franchises.

Dazu gehören gemeinsame Standards in den Bereichen Schiedsrichterwesen, TV-Produktion, Daten und Statistiken, medizinische Versorgung sowie Spielbetrieb. Durch gebündelte Ressourcen sollen die Kosten für die einzelnen Clubs sinken und gleichzeitig mehr finanzielle Spielräume für Teams und Fans entstehen.

Auch die Nachwuchsförderung spielt eine zentrale Rolle. Über das AFLE Player Development Program sollen junge europäische Spieler Perspektiven im High-School- und College-Football erhalten können, ohne ihre sportliche und schulische Entwicklung voneinander trennen zu müssen.

AFLE-CEO Jim Tomsula bezeichnete das Interesse von Nordic Storm als Anerkennung, zugleich aber auch als Verpflichtung. Die Liga wolle jedem Club Woche für Woche denselben professionellen Standard bieten. Im Mittelpunkt stünden dabei die europäischen Spieler und deren Entwicklungsmöglichkeiten in der eigenen Region.

Nordic-Storm-Präsident und Executive Chairman Michael Weidick Planeta erklärte, dass der Club nach dem Gewinn der Meisterschaft nun daran mitwirken wolle, eine geeintere europäische Football-Landschaft aufzubauen. Ein Beitritt zur AFLE könne dazu beitragen. Auch AFLE-Gründer, Eigentümer und Chairman of the Board Joel Nagel begrüßte die Entwicklung und verwies auf die sportliche Professionalität sowie die schnell gewachsene Fanbasis des dänischen Teams.

EFA verweist auf bestehende Verträge

Die Ankündigung blieb allerdings nicht ohne Reaktion der bisherigen Liga. In einer am 5. November veröffentlichten Stellungnahme erklärte die European Football Alliance, die Absicht von Nordic Storm zur Kenntnis genommen zu haben, 2027 in einer anderen Liga anzutreten.

Gleichzeitig stellte die EFA klar, dass Nordic Storm weiterhin Mitglied der Alliance sei und vertraglichen Vereinbarungen unterliege, die für sämtliche EFA-Franchises gleichermaßen gelten. Die Liga erwarte deren Einhaltung und behalte sich ausdrücklich alle Rechte vor.

In ihrer Erklärung verteidigte die EFA zudem ihr eigenes Organisationsmodell. Dieses orientiere sich an den Strukturen der NFL: unabhängige Teams mit eigenen Eigentümern und eigenem Kapital, die gemeinsam eine Liga aufbauen. Jedes Franchise trage dabei sein eigenes wirtschaftliches Risiko und die Verantwortung für das Gesamtprojekt.

Bewusst habe man sich gegen einen einzelnen zentralen Investor entschieden, von dessen finanzieller Situation sämtliche Teams abhängig seien. Ein solches Modell berge aus Sicht der EFA erhebliche Risiken. Die Erfahrungen in Europa hätten gezeigt, dass eine Liga zusammenbrechen könne, wenn die zentrale Geldquelle versiege.

Trotz der deutlichen Worte betonte die EFA ihre grundsätzliche Bereitschaft zu Gesprächen über eine gemeinsame Zukunft des europäischen Profi-Footballs. Eine nachhaltige Entwicklung solle auf stabilen Strukturen und einer Zusammenarbeit zwischen den Ligen beruhen – nicht auf einseitigen Ankündigungen.

Der Fokus liege weiterhin auf den bestehenden Teams, Spielern, Fans und Partnern sowie auf einer starken Saison 2027. Dazu zählt ausdrücklich auch die geplante Expansion nach London.

Wie geht es weiter?

Damit ist der Wechsel von Nordic Storm zur AFLE noch nicht endgültig vollzogen. Während die AFLE den Club bereits als geplantes elftes Franchise für 2027 einordnet, verweist die EFA auf weiterhin geltende Vertragsverpflichtungen.

Ob und wie sich die unterschiedlichen Positionen auflösen lassen, bleibt abzuwarten. Der geplante Wechsel zeigt jedoch einmal mehr, dass die Frage nach einer gemeinsamen Struktur für den europäischen American Football weiterhin offen ist. Für die Saison 2027 könnte Nordic Storm dabei zu einem entscheidenden Faktor werden.

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