68:5! Vienna Vikings schreiben AFLE-Geschichte
6.113 Zuschauer in der Schauinsland-Reisen-Arena waren dabei, als am Sonntag das erste Kapitel der AFLE-Geschichte geschrieben wurde. Und die Vienna Vikings machten von der ersten Minute an deutlich, dass sie diesen historischen Titel unbedingt wollten.
Für die Panthers Wrocław begann der Nachmittag dagegen denkbar schlecht.
Der erste Angriff sah zunächst vielversprechend aus. Jameson Wang bewegte den Ball über das Feld, fand Kacper Jaszewski und erlief selbst einige Yards. Doch kurz vor der Endzone war Schluss: Alejandro Fernandez fing Wangs Pass ab.
Die Vikings brauchten anschließend nicht lange. Quarterback Ben Holmes fand Florian Bierbaumer in der Endzone – 7:0.
Und es sollte der Beginn eines regelrechten Sturmlaufs werden.
Interception um Interception
Wrocław bekam den Ball zurück, doch erneut dauerte der Angriff nur wenige Spielzüge. Wieder suchte Wang Michael Harley Jr. – und wieder landete der Ball beim Gegner. Marloshawn Franklin Jr. fing die zweite Interception und brachte die Vikings erneut in hervorragende Feldposition.
Diesmal vollendete Albert Wiesigstrauch per Lauf. 14:0.
Die Panthers versuchten weiter, dagegenzuhalten. Wang erlief selbst 17 Yards und brachte sein Team erneut in die Hälfte der Vikings. Doch der nächste Angriff endete wieder mit einem Fehler: Amani Dennis fing Wangs dritten Interception des ersten Viertels ab.
Die Wiener ließen sich nicht zweimal bitten. Nur wenig später schickte Holmes Yannick Mayr mit einem 58-Yard-Touchdown-Pass in die Endzone. Nach gerade einmal knapp zehn Minuten stand es 21:0.
Die Panthers waren geschlagen – aber noch nicht bereit aufzugeben.
Ein kurzes Lebenszeichen
Im zweiten Viertel gelang Wrocław zumindest ein kleines Lebenszeichen. Jakub Ciurkot verwandelte ein Field Goal aus 32 Yards zum 3:21.
Doch die Vikings hatten längst ihren Rhythmus gefunden.
Holmes bediente zunächst Darrell Stewart Jr. zum Touchdown. Danach sorgte Wiesigstrauch mit einem 29-Yard-Lauf für den nächsten Treffer.
Beim anschließenden Touchdown von Florian Bierbaumer wurde es kurios: Der Extrapunkt der Vikings wurde geblockt und von Maciej Jablonski über 92 Yards zurückgetragen. Damit kamen die Panthers zumindest zu zwei weiteren Punkten.
Für Wien war das allerdings nur ein kurzer Schönheitsfehler.
Neun Sekunden vor der Halbzeit schlug die Vikings-Defense erneut zu. Amani Dennis fing seine zweite Interception des Spiels und trug den Ball über 72 Yards bis in die Endzone.
48:5 zur Pause.
Der erste Gold Bowl war damit praktisch entschieden.
Holmes und Stewart machen weiter
Wer nach der Halbzeit auf eine Aufholjagd der Panthers gehofft hatte, wurde schnell eines Besseren belehrt.
Gleich der erste Wiener Angriff im dritten Viertel endete mit einem weiteren Big Play. Holmes fand Darrell Stewart Jr. über 48 Yards – Touchdown.
Wrocław kämpfte weiter und arbeitete sich anschließend tief in die Wiener Hälfte. Der Angriff führte die Panthers bis an die 5-Yard-Linie. Doch ausgerechnet dort folgte der nächste Rückschlag: Leonhard Gerner fing Wangs Pass in der Endzone ab.
Und wieder schlugen die Vikings zu.
Stewart Jr. fing seinen dritten Touchdown-Pass des Tages, diesmal über 23 Yards. 62:5.
Spätestens jetzt war klar: Der erste AFLE-Champion würde Vienna heißen.
Ein historischer Schlusspunkt
Im Schlussviertel nahmen die Vikings etwas Tempo aus dem Spiel. Trotzdem gelang noch ein weiterer Touchdown. Fabian Eder fing einen Pass von Nico Hrouda über acht Yards und erhöhte auf 68:5.
Der anschließende Extrapunkt ging daneben – an der Entscheidung änderte das nichts mehr.
Wrocław bekam noch einmal den Ball, doch die Panthers konnten keine Wende mehr erzwingen. Nach knapp drei Stunden war es geschafft: Die Vienna Vikings waren der erste Gold-Bowl-Champion der American Football League Europe.
Wien eine Klasse für sich
Die Zahlen unterstreichen die Dominanz der Vikings. 475 Yards erzielte Wien insgesamt, Wrocław kam auf 257. Besonders deutlich war der Unterschied im Passspiel: 364 Passing Yards standen lediglich 112 der Panthers gegenüber.
Ben Holmes erwischte dabei einen nahezu perfekten Nachmittag. Der Wiener Quarterback brachte 14 von 18 Pässen für 331 Yards an und warf sechs Touchdown-Pässe – ohne eine einzige Interception.
Auf der anderen Seite erlebte Jameson Wang einen bitteren Nachmittag. Zwar kam der Quarterback der Panthers auf 73 Rushing Yards, doch fünf seiner 27 Passversuche wurden abgefangen.
Die Vikings waren an diesem Nachmittag nicht einfach nur besser. Sie waren vom ersten Drive an präsent, nutzten die Fehler des Gegners konsequent und ließen nie den Eindruck entstehen, dass dieser erste Gold Bowl noch kippen könnte.
68:5 lautet am Ende das Ergebnis.
Und damit steht auch der erste Name in den Geschichtsbüchern der AFLE: Vienna Vikings.
Fotos: Andreas Krüskemper











































