Kriminalstatistik 2021: Zahl der Straftaten im Kreis Coesfeld sinkt

„Die Bürgys im Kreis Coesfeld leben sicher“, so lautet das Fazit von Kreisdirektor Dr. Linus Tepe bei der Vorstellung der Kriminalstatistik 2021 heute Morgen in Coesfeld. Die Kriminalitätshäufigkeitszahl (Anzahl der Kriminalitätsfälle pro 100000 Einwohner) ist von 4811 auf 4659 gesunken und liegt rund 30 Prozent unter dem Landesdurchschnitt (6703). Damit liegt der Kreis Coesfeld auf Platz 2 im Münsterland.

Was laut Polizeichef Thomas Eder besonders auffällt, sind die gestiegenen Zahlen bei den Rauschgiftdelikten: Die Zahl stieg im Kreis von 474 Fällen im Vorjahr auf 643 Fälle in 2021. Das liegt jedoch nicht am erhöhten Konsum, sondern an der Aufdeckung: In zwei Fällen ermittelter Händlys in Lüdinghausen und Nordkirchen konnten durch die Auswertung der auf den Handys gespeicherten Informationen weitere 100 Konsumenten ermittelt werden. Auch die Zahl der ermittelten Rauschgiftdelikte bei Verkehrskontrollen stieg an: 204 Fahrzeugführer unter Drogeneinfluss wurden 2021 festgestellt, im Vorjahr waren es 127.

Ein weiteres Sorgenkind ist die steigende Zahl der Fälle von Kinder- und Jugendpornografie, vor allem bei jungen Tätys. 28 der Tätys waren im Alter von 14 bis 18 Jahren, 46 waren unter 21. „Gerade bei Schülys fehlt ein entsprechendes Unrechtsbewusstsein“, so Eder. Ein Schüler stelle ein entsprechendes Bild in die WhatsApp-Gruppe der Klasse und alle Mitglieder der Gruppe seien dadurch automatisch Täter wegen Besitzes pornografischer Schriften. Hier sei eine deutliche Aufklärung der/durch die Erziehungsberechtigten notwendig.

Positiv zu vermerken ist laut Direktionsleiter Guido Meinert, dass die Zahl der Wohnungseinbrüche mit 144 ein Allzeittief erreicht hat. Das dürfte allerdings nicht so bleiben: In den ersten sechs Wochen dieses Jahres wurden bereits 78 Einbrüche gemeldet. Positiv ist jedoch, dass es bei 47 Prozent (Vorjahr: 45 Prozent) beim Versuch geblieben ist, die Eigentümer also verstärkt wirksame Schutzmaßnahmen ergreifen.

Auch für Lüdinghausen werden für die meisten Kriminalitätsbereiche sinkende Zahlen gemeldet. So sank die Zahl der Körperverletzungen von 98 auf 79, die Ladendiebstähle von 48 auf 27, Kfz-Diebstähle von acht auf zwei und Wohnungseinbrüche von 29 auf 15. Gestiegen sind hingegen die Zahlen bei Rauschgiftdelikten von 100 auf 136 und bei Sachbeschädigungen von 138 auf 159.

Im Vergleich zum Kreisdurchschnitt gibt es in Senden in vier Bereichen Entwicklungen gegen den Trend: So sind die Fälle von Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung von 21 auf 18 gesunken, während sie im Kreis von 236 auf 280 stiegen. Ähnlich sieht es bei Raub aus, hier sind es 3 (Vorjahr: 5) Fälle, im Kreis stieg die Zahl von 37 auf 41. Allerdings sind die Fallzahlen beim Raub so niedrig, dass die Aussagekraft von Veränderungen sehr gering ist. Ähnliches gilt für Wohnungseinbrüche, wo die Zahl entgegen Kreis- und auch Landestrend von 11 auf 17 gestiegen ist. Auch hier ist die Zahl so niedrig, dass sie keine Rückschlüsse auf mögliche Ursachen zulässt. Weiterer Negativtrend ist die Zahl der Sachbeschädigungen: Hier ist die Zahl von 115 auf 132 gestiegen.

Kreisweit zurückgegangen ist auch die Zahl der Enkeltrick-Betrügereien von 790 auf 563. Allerdings ist die Zahl der erfolgreichen Versuche von 24 auf 29 gestiegen, hierbei ist ein Gesamtschaden von fast 243.000 Euro entstanden. „Wenn Sie in der Familie oder im Bekanntenkreis ältere Mitmenschen haben, klären Sie sie über die verschiedenen Betrugsmaschen auf“, so der Appell von Direktionsleiter Guido Meinert.

Fotos + Text: Andreas Krüskemper

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